Dialog erfunden
Artikel über Schock bei «Maischberger» ist ein Fake
31.3.2025, 12:41 (CEST)
Bekanntes Spiel mit neuen Protagonistinnen: Auf Facebook wird in mehreren Werbeanzeigen auf einen vermeintlichen Artikel der ARD-Nachrichtensendung «Tagesschau» verlinkt. In der Talkshow «Maischberger» habe es einen Schock im Studio gegeben, heißt es dort. Während einer «Diskussion über das Wohlergehen der deutschen Bürger» habe Sahra Wagenknecht (BSW) der AfD-Politikerin Alice Weidel vorgeworfen, den Zugang zu einer Finanzplattform zu verbergen, die angeblich Millionen von Deutschen helfen könnte. Daraufhin habe Weidel die Sendung verlassen. Ist das wirklich passiert?
Bewertung
Vorsicht, Fake: Es handelt sich um einen gefälschten «Tagesschau»-Artikel. Der Inhalt ist komplett erfunden.
Fakten
Ein Blick in die URL entlarvt den angeblichen «Tagesschau»-Artikel schnell als Fälschung: Die Adresse beginnt mit «strumoos.info/(...)». Die echte Webseite der «Tagesschau» ist hingegen unter der Domain «www.tagesschau.de» zu erreichen. Dort existiert kein Artikel mit der Überschrift.
In dem gefakten Artikel geht es um angebliche Äußerungen in der ARD-Talksendung «Maischberger». Dazu wird ein vermeintlicher Dialog zwischen Sahra Wagenknecht (BSW) und Alice Weidel (AfD) wiedergegeben - samt Foto der Politikerinnen aus der angeblichen Sendung.
Das Bild stammt aus der «Maischberger»-Ausgabe vom 22. Januar 2025. Schaut man sich die Sendungen an, wird klar: Der Dialog aus dem Fake-Artikel ist erfunden, über eine Finanzplattform wurde nie gesprochen. Den angeblichen Eklat hat es nie gegeben.
Daten als Ziel: Nutzer sollen sich registrieren
Der Fake-Artikel mit dem erfundenen Dialog dient als Werbung für eine Investitionsplattform: Immer wieder wird auf ein Finanzprodukt namens «Berantrex» verwiesen. Am Ende des Artikels werden Nutzer über einen Button zu einer vermeintlich offiziellen Webseite mit dem Produktnamen geleitet. Dort sollen sie sich mit ihrem Namen und ihrer E-Mail-Adresse und Telefonnummer registrieren. Verdächtig: Ein Link auf der Seite, unter dem man sich angeblich über die «Bedingungen» informieren kann, führt ins Leere.
Spätestens an dieser Stelle ist Vorsicht geboten: Verbraucherschützer und die Polizei warnen dringend davor, bei unseriösen Internetseiten und Angeboten oder Gewinnspielen die eigene E-Mail-Adresse oder sonstige persönliche Daten weiterzugeben, auch weil diese Daten verkauft werden könnten. Bei der Eingabe von persönlichen Daten im Netz sollten Internet-Nutzer immer wachsam und vorsichtig sein.
(Stand: 28.3.2025)
Links
Echte «Tagesschau»-Webseite (archiviert)
Suche nach Überschrift (archiviert)
Sendung vom 22. Januar 2025 (archiviert / archiviertes Video)
Warnung der Polizei (archiviert)
Warnung der Verbraucherzentrale (archiviert)
archivierte Facebook-Werbeanzeige
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